|
Pressemitteilung vom 30.09.2007 |
AAFP fordert Contentabgabe für österreichische Filmwirtschaft
Wien (OTS) - Der Verband Österreichischer Filmproduzenten (AAFP)
fordert von der österreichischen Bundesregierung endlich wirksame
Maßnahmen und sichtbare Zeichen zur Förderung der österreichischen
Filmwirtschaft.
Gabriele Kranzelbinder, Präsidentin des AAFP: "Während Länder
wie
Frankreich, Luxemburg, Polen oder Ungarn steuerliche Anreizmodelle
und Contentabgaben zur Förderung der jeweiligen Filmwirtschaft und
zur Belebung des Arbeitsmarktes haben, gibt es in Österreich seit
mehr als sieben Jahren sinkende Ausgaben, steigende Arbeitslosigkeit
und politische Lippenbekenntnisse. Wenn jetzt nichts passiert, stirbt
die österreichische Filmwirtschaft - und mit ihr stirbt ein Stück
österreichische Identität."
Die Situation in Österreich:
- Österreichische Filme werden international sehr geschätzt.
Beispiele sind international prämierte und am Markt erfolgreiche
Filme wie "Darwins Nightmare", "Die fetten Jahre sind vorbei",
"Working men´s death", "Caché" oder "We
feed the world".
- Von Filmproduktionen profitiert neben dem Fiskus der Fremdenverkehr.
- Durch die hohen Importe von Kino- und Fernsehfilmen verschwinden
österreichische Stoffe zusehends aus den Kinos und dem
Fernsehen. Marktanteil österreichischer Filme in Österreich: 2 Prozent.
- Von den rund 100 Millionen Euro der Kinokarten-Einnahmen fließen
rund 97 Prozent der Nettoeinnahmen ins Ausland ab.
- Der Kapitalabfluss des ORF für US-Produktionen geht in die
hunderte Millionen.
- Von den mehr als 6.000 österreichischen Filmschaffenden sind 70
Prozent arbeitslos. Das Arbeitsmarktservice bezahlt rund 90
Millionen Euro für arbeitslose Filmschaffende im Jahr. "Dieses
Geld wäre bei der Filmwirtschaft besser ausgegeben", sagt
Kranzelbinder, "aber dieses Thema hat den Wirtschaftsminister
leider noch nie sonderlich interessiert."
Laut RTR-GmbH ist zu erwarten, dass rund das 3-fache der
Förderbeträge in die österreichische Filmwirtschaft investiert
wird.
"Jeder in den Film investierte Euro löst drei weitere Euro an
Investitionen aus. Wenn die Regierung es mit dem österreichischen
Film und der österreichischen Identität ernst meint, muss jetzt
etwas
passieren", appelliert Kranzelbinder an Bundeskanzler Alfred
Gusenbauer und Vizekanzler Wilhelm Molterer. Kulturministerium und
Finanzministerium hätten einen Vorschlag zur Contentabgabe
ausgearbeitet. Nun sei eine rasche Umsetzung erforderlich, so
Kranzelbinder abschließend.
Rückfragehinweis:
Verband Österreichischer Filmproduzenten (AAFP)
Telefon: 0650-518 35 9
0
|