Schein Sein

Schein Sein

ein Film von Bady Minck

Amour Fou Filmproduktion GmbH

Dokumentation | 2008 | 8 min | 35 mm | 1:1.66


Das Film&Musikprojekt Free Radicals versammelt die beiden Kurzfilme Das Sein und das Nichts und Schein Sein von Bady Minck, die beide in ihrer kürzeren Live-Fassung zusammen mit Live-Musik vom Klangforum Wien aufgeführt werden.

Schein Sein spielt mit den Wahrnehmungsebenen von Hören und Sehen, mit der Täuschung von Augen und Ohren wie mit der Spannung zwischen zweidimensionalem Abbild und dreidimensionalem Raumbild.


Zu Stimmenraunen, Kritzelgeräuschen, summenden Klangfetzen kurvt die Kamera über eine Materialansammlung, wie sie auf einen Schreibtisch im Schaffensrausch zu gehören scheint. Noten und Notizen, Hefte und Bleistifte, Muster aller Art auf und zwischen Zetteln, nicht geleerte Martinigläser, gefüllte Aschenbecher, Totenköpfe – und da steht auch schon (samt Kaffeetasse!) die Einstellung kopf und eine Ensembleanordnung nach Musikinstrumenten auf dem Papier. Ständig Bewegung, Verwandlung, Variation und wohlige Ungewissheit: Ein Konzertsaal? Ein Kino?
Das Rechteck des Bilds bleibt zurück, wird im Zug der Fahrt sogleich ein helles Rechteck im Bild: Leinwand mit Ensemble als Leinwand vorm Ensemble, das auf einmal nur mehr der Schattenwurf seiner selbst ist. Madame Press ist tot. Die Imagination lebt. So scheint es jedenfalls zu sein.
Christoph Huber

Eine Meditation über Seinsgewissheiten und Wahrnehmungsillusionen, eine kreisende Suchbewegung in Raum und Zeit und gleichzeitig ein Trompe l'Oeil; Morton Feldmans entdramatisierte, scheinbar aus der Zeit gefallene Musik wird im Film in ihren räumlichen Dimensionen beim Wort genommen: Die Aufstellungsskizze des Ensembles, das gleich Feldmans Komposition zur Aufführung bringen wird, füllt sich mit 'realen' Musikern, die in der Zweidimensionalität des Papiers gefangen sind, um dann in die Spatialität des Wiener Konzerthauses gekippt zu werden. Aber was ist hier echt, was visuelle Fälschung? Schein Sein tanzt auf dieser Plattform der Ambivalenzen und stellt der Metaphysik des festen existentiellen Grundes den agnostischen Skeptizismus einer von der visuellen Chimäre markierten Seinsverlassenheit entgegen. Gottloser Feldman, gnadenloser Abgrund! Was wir sehen, blickt uns an.
Thomas Miessgang

Besetzung:
Musik: Morton Feldman interpretiert vom Klangforum Wien
Schnitt & Sound-Design: Frédéric Fichefet
Digitale Postproduktion: Eni Brandner
Produktionsleitung: Alfie Kral

DarstellerInnen: Beat Furrer, Darko Vidačković, Morton Feldman, die MusikerInnen des Klangforum Wien >> Andreas Eberle, Vera Fischer, Thomas Frey, Uli Fussenegger, Benedikt Leitner, Andreas Lindenbaum, Caroline Menke, Florian Müller, Anders Nyqvist, Alexander Rindberger, Lukas Schiske, Christoph Walder

Musik: Morton Feldman "Madame Press Died Last Week at Ninety"

Regie: Bady Minck
Kamera:
Martin Putz
Eni Brandner


Produktion:
Alexander Dumreicher-Ivanceanu
Gabriele Kranzelbinder
Bady Minck



Das Film&Musikprojekt Free Radicals versammelt die beiden Kurzfilme Das Sein und das Nichts und Schein Sein von Bady Minck, die beide in ihrer kürzeren Live-Fassung zusammen mit Live-Musik vom Klangforum Wien aufgeführt werden.

Schein Sein spielt mit den Wahrnehmungsebenen von Hören und Sehen, mit der Täuschung von Augen und Ohren wie mit der Spannung zwischen zweidimensionalem Abbild und dreidimensionalem Raumbild.





www.badyminck.com/