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Goisern Goes Eastein Film von Markus Wogrolly, Robert LakatosNikolaus Geyrhalter Filmproduktion GmbH TV-Serie | 2008 | 5x30min min | HDV | 16:9 GOISERN GOES EAST dokumentiert in fünf Teilen das abenteuerliche Unternehmen von Hubert von Goisern und seiner Band auf der Donau, die Linz Europa Tour, die er im Sommer 2007 auf einem Tourneeschiff auf der Donau unternimmt. Von Wallsee bis ins Schwarze Meer geht die mehrwöchige musikalische Reise ins Unbekannte. Der Film portraitiert die Ereignisse an Bord, zeigt die Strapazen und die Entdeckungen eines solchen Unternehmens, fremde Häfen und die Donau in all ihren Facetten schimmernd. Ergänzt wird das Boat Movie noch zusätzlich mit Kurzportraits der Gastbands aus den jeweiligen Ländern. Der Film vereint das Genre des Musiktourfilms mit einer Erkundung der Donaulandschaft, unzähligen Begegnungen mit den Menschen in den Ländern östlich und südlich von Österreich. Ein Abenteuerfilm in Musik. Episode Eins: Vom Glücksdrachen, der Sturmfee und dem guten Gefährten Theodor Storm sagte einst „Fernweh bedeutet am Strand den Schiffen nachzusehen“. So ist es nur zu verständlich, dass sich der Ausnahmekünstler Hubert von Goisern lieber auf einem dieser Schiffe befindet als ihnen nachzutrauern. In fünf Episoden schildert er seine Erlebnisse über seine Konzerttour der Donau entlang von Wien ausgehend bis zum Schwarzen Meer. Den Beginn der zehnwöchigen Odyssee stellt das Wiener Donauinselfest 2007 dar, und zeigt der Crew erbarmungslos die Gefahren dieser Unternehmung auf. Höhere Gewalten wie Wetterkapriolen werden ständige Begleiter sein auf dem Weg, genauso wie musikalische Kollegen, die sein Konzept der völker- und traditionsverbindenden Musik mittragen. Im ersten Teil ist dies Willi Resetarits, österreichischer Liedermacher mit kroatischen Wurzeln, dessen Person und Musik eine virtuose Ergänzung zur Vielfalt der Goisern´schen Kunst zu musizieren darstellt. Nachdem er sein Alter Ego „Ostbahn Kurti“ in Pension geschickt hatte, wandte sich Resetarits anderen Projekten wie „Stubnblues“ zu, die Vertonung von Volksliedern in deutscher und kroatischer Sprache, die mit den verschiedenen Stilen, in denen sich Hubert von Goisern spielerisch zu bewegen scheint, in Einklang gebracht werden. Abgerundet wird Teil Eins mit Impressionen der Reisevorbereitungen und den Erwartungen der am Projekt beteiligten Mitglieder, die unweigerlich mit einer solchen Tour verknüpft sind. Episode Zwei: König Decebal und die zwei Frauen aus dem Osten Das richtige Abenteuer kann beginnen. Im zweiten Teil seines „Boat Movies“ lässt Erzähler Hubert von Goisern die Heimat hinter sich und entführt den Zuseher in den mancherorts gefürchteten, weil unbekannten Osten Europas. Quer durch die Nachbarländer Slowakische Republik und Ungarn führt der Seeweg zur kroatischen Hafenstadt Osijek, wo der erste Höhepunkt auf den Hauptprotagonisten und seine Crew wartet. Die Anspannung und Vorfreude ist den Mitgliedern des Projekts anzumerken. Tamara Obrovac, charismatische Sängerin aus Pula in Kroatien, betritt mit ihrer Band das Konzertschiff und zieht alle an Bord befindlichen Menschen mit ihrer Liebe und dem Feingefühl zur Musik in ihren Bann. Kroatische Volksmusik mit allen Facetten zwischen Leidenschaft und Melancholie ist Programm und paart sich problemlos mit den volkstümlichen Elementen der Instrumentalisierung des Oberösterreichers. Nach dem gemeinsamen Konzert führt die weitere Route die Abenteurer mit musikalischer Botschaft weiter durch die kroatische Küstenlandschaft Richtung Rumänien, wo eine weitere Künstlerin auf einen gemeinsamen Auftritt wartet. In der Hafenstadt Orsova steht Goisern vor seiner nächsten Herausforderung und trifft die bekannte rumänische Sängerin Loredana Groza - zu Recht mit dem Prädikat „Madonna des Balkans“ versehen. War die Musik mit Tamara Obrovac noch ein Ausflug in die kroatische Volksmusik mit Jazz- und Rockelementen, so ist die Zusammenarbeit mit Groza eine komplett unterschiedliche Erfahrung, jedoch nicht minder musikalisch beeindruckend. Rumänische Folklore erfährt eine tonale Symbiose mit Popmusik und orientalischen Elementen, wie es Madonna selbst nicht besser machen konnte. Durch von Goiserns Zutun wird der Musikmix zu einer ungewöhnlichen, aber stimmigen Einheit. Und die Reise geht weiter. Episode Drei: Karandila und der Kampf gegen die Bösen Den Traum vieler Menschen von unbegrenzter Freiheit lebt Hubert von Goisern auch im dritten Teil der TV-Serie weiter. Der Weg führt weiter quer durch die karge Landschaft des hochsommerlichen Rumäniens mit Blickrichtung Bulgarien. Auf der Fahrt lernt die Mannschaft die Lebensfreude von Land und Leute kennen: Menschen, die zwar nicht mit Reichtum, dafür jedoch mit einer gehörigen Portion Herz und Gefühl für Musik gesegnet wurden. Den besonderen Nervenkitzel in dieser Episode stellt die fünfzehn Mann umfassende Band Karandila aus Bulgarien dar, nationale Ikonen der „Gypsy Music“ und Meister der Improvisation. Ein Gebiet, auf dem die Band von Hubert von Goisern auch bestens Bescheid wissen muss, um mit der osteuropäischen Gruppe mithalten zu können. Mit ihnen an Bord gekommen ist eine gute Bekannte des Goiserers, die bulgarische Gadulka-Spielerin Darinka Tsekova, mit welcher der österreichische Künstler schon einige gemeinsame Konzerte darbieten konnte. Gemeinsam kreiert man einen Stil, der sich partout nicht in die üblichen Schemata einordnen lässt, Gypsy Music wird mit Jazz und auch Funkelementen versehen, ohne Rücksichtnahme auf musikalische Grenzen - erlaubt ist, was Spaß macht. Die Mitglieder von Karandila scheinen nicht nur musikalisch mit der Crew zu verschmelzen, die Leichtigkeit des Seins wird an Bord des Schiffes groß geschrieben und von allen gelebt, trotz mancher Widrigkeiten, die bei einem so ungewöhnlichen Konzertvorhaben geschehen können. Doch auch in kritischen Momenten behält Hubert von Goisern die Übersicht und bleibt trotz Toleranz und Offenheit sich selbst und seinen Prinzipien treu. Episode Vier: Rote scharfe Chilischoten und Europa wächst Teil Vier von Hubert von Goiserns Linz Europa Tour Ost führt immer weiter in das für Mitteleuropa meist mystisch klassifizierte Osteuropa. Darinka Tsekova, bereits seit der dritten Episode an Bord wurde mit ihrer Harmonie für Musik und dem Umgang mit den Anderen zum Teil der Mannschaft. Die Donau als Grenzgebiet zwischen Bulgarien und Rumänien bis hin zur Mündung im Schwarzen Meer, erweist sich wettertechnisch als Bewährungsprobe - mit einer Palette von dauerhaften Regengüssen bis zur tropischen Hitzewelle. Dabei ist jedoch auch festzustellen, dass dieses Gebiet den bekannteren und höher frequentierten Küsten- und Seenlandschaften an Schönheit und Weite um nichts nachsteht. Die Gastband Zdob Si Zdub aus Moldawien bringt für das Projekt einen neuen musikalischen Aspekt. Die Folklore begibt sich ebenfalls auf die Reise in ein Grenzgebiet zwischen Ethno, Punk und Rock - und fühlt sich dort hörbar wohl. Dazu gesellt sich, mittlerweile in der Ukraine angekommen, die von dort stammende Band Haydamaky, die ihren moldawischen Kollegen punkto Energie und Kreativität auf Augenhöhe begegnen. An der Schnittstelle aller drei an Bord befindlichen Bands entsteht eine bisher unbekannte, aber umso reizvollere neue Art des Crossover. Hubert von Goisern erreicht gleichermaßen erschöpft wie zufrieden das Ziel der Reise, das Schwarze Meer, und man bereitet sich schweren Herzens auf den Rückweg vor. Der Weg endet und beginnt von Neuem. Episode Fünf: Mister Extravaganza und das glückliche Ende Freiheit und Weite werden auf der Linz Europa Tour Ost von Hubert von Goisern neu definiert. Einsamkeit als neuer Reisebegleiter ist der Mannschaft des Schiffes herzlich willkommen nach dem Stress der vorangegangenen Wochen. Der Weg stromaufwärts zurück zum Anfang ist geprägt von Ruhe und Gelassenheit, wie es die Landschaft rundherum immer wieder aufs Neue vermittelt. Diese Ruhe endet jedoch mit dem Erreichen der serbischen Gewässer. Der national beliebte Brachialkünstler Rambo Amadeus gibt sich die Ehre und stellt im fünften und letzten Teil des Projekts den musikalischen Höhepunkt dar. Mit seiner extrovertierten offenen Art vermittelt er der Band immer wieder ein wenig Feuer nach dem ruhigen Teil der Heimreise. Als politische Stimme für Toleranz und Kämpfer gegen das Regime von Expräsident Slobodan Milosevic ist es Rambo Amadeus gewohnt, als Musiker mit Ecken und Kanten gesehen zu werden, der konsequent seinen eigenen Weg geht. Der rhythmische Sound seiner Musik scheint alle Richtungen zu vereinen, mit denen die Band auf ihrer Reise konfrontiert wurde und ist - so gesehen - der perfekte Abschluss der Gastmusiker. Die Donau als einziger dauerhafter Wegbegleiter bringt die Schiffscrew nach zwölf Wochen wieder in heimische Gefilde. Das Resümee Hubert von Goiserns fällt zwiespältig aus, jedoch im positiven Sinn. Einerseits steht die Zufriedenheit über ein gelungenes Projekt im Vordergrund, andererseits macht sich Melancholie unter der Besatzung breit. Die Reise dauerte eine kleine Ewigkeit und ist doch viel zu schnell zu Ende. Besetzung: Schnitt: Harald Aue Ton: Dieter Draxler Dramaturgische Beratung: Wolfgang Widerhofer Regie: Markus Wogrolly, Robert Lakatos Kamera: Peter Pfund Assistenz/2. Kamera:Michael Gartner Produktion: Nikolaus Geyrhalter, Markus Glaser, Michael Kitzberger, Wolfgang Widerhofer www.linzeuropatour.com/ |